Auf dieser Seite präsentiert der Pflanzenkenner und Naturfotograf Reto Rohner die aktuellen Monatspflanzen, welche den beliebten Blumenkalender zieren.

Neben der informativen Pflanzenbeschreibung erklärt Reto Rohner jeweils, weshalb die Wahl ausgerechnet auf dieses Bild beziehungsweise diese Pflanze fiel.

Fuchsia 'Maori Maid'

Die Gartenfuchsie gehört zum klassischen Sommerflor. Es gibt eine erstaunliche Sortenfülle und die Blüten sind mal klein, fast unscheinbar, mal mit ausladenden, wie Petticoats anmutenden Blütenrüschen. Die Sorte 'Maori Maid' gehört zu meinen Lieblingen. Dennoch musste sie den ersten Schnee ertragen bevor ich sie ins sichere Winterquartier verfrachtete. Und davor gabs natürlich noch eine Fotosession…

Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Herkunft: Mittel- und Südamerika (Ausgangspflanzen)
Wuchs: buschig-aufrechte, halbhängende und hängende Sorten; mit dem Älterwerden mehr und mehr verholzend
Blüte: riesige Fülle an Formen, Grössen und Farben
Eigenschaften: hoher Nährstoffe- und Wasserbedarf; für den lichten Schatten; nur wenige Sorten auch für die Sonne geeignet; Überwinterung im Kalthaus
Verwendung: aufrechte Sorten vor allem für Kistchen, Töpfe und Rabatten, hängende für Ampeln, Hanging Baskets

Herbst-Chrysanthemen (Chrysanthemum x grandiflorum)

Die zauberhaften Blüten der Chrysanthemen faszinieren jeden Herbst aufs Neue. Obwohl die vielblütigen 'Garden Mums' am beliebtesten sind: Als Fotoobjekte lohnen die grossblumigen Sorten entschieden mehr. Die grossartigen Farbbälle laden ein zum Experimentieren mit Licht und Schatten. Auch Morgentau schafft oft tolle aber vergängliche Situationen, die – im richtigen Moment festgehalten - dem Herbstgarten seine eigene Faszination verleihen. Tipp: ungewohnte Perspektiven ausprobieren!

Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Herkunft: Ostasien (Ausgangspflanzen)
Wuchs: gleichmässig, buschig aufrecht; mit stark gebuchtetem dunkelgrünem Blattwerk; auch als Stämmchen
Blüte: enormes Farben- und Formenspektrum; von kleinen Pompons bis zu grossen Ball- und Tellerblüten
Eigenschaften: blühen über mehrere Wochen hinweg; Planzen täglich Giessen; nicht winterhart; Überwinterung lohnt sich nur bei grossen Pflanzen
Verwendung: sehr beliebt für herbstliche Töpfe und Tröge aller Art, aber auch für Rabatten (knopsig kaufen!)

Grossblumiges Johanniskraut (Hypericum patulum 'Hidcote')

Die grossen goldgelben Blüten dieses Johanniskrautes strahlen ungemein intensiv zwischen den sattgrünen Blättern hervor. Dieses Foto entstand während einer Rundfahrt um den Murtensee. Die Rabatte war zwar schön, fiel aber nicht besonders auf. Im Gegensatz zum Spiel aus Licht und Schatten in der Blüte, welches mich sofort faszinierte. Bedingt durch das Gegenlicht musste ich die Belichtung etwas korrigieren, sonst wäre die Blüte zu dunkel geworden, was die lichtdurchflutete Stimmung – die Aufnahme entstand um 14 Uhr – beeinträchtigt hätte.

Familie: Hartheugewächse (Clusiaceae)
Herkunft: Südostasien
Wuchs: vieltriebig, buschig, wird bis 150 cm hoch
Blüte: von Juli bis Oktober, äusserst intensives gelb, in Trugdolden von bis zu einem Dutzend Einzelblüten
Eigenschaften: mehrjährig und immergrün; Rückschnitt erfolgt im zeitigen Frühjahr und fördert den Blütenansatz; für Sonne und Halbschatten, gute Frosthärte, verliert allerdings bei extremer Kälte das Laub
Verwendung: als Bodendecker für Rabatten und Böschungen oder den Gehölzrand

Waldrebe 'Diamantina' (Clematis-Hybride)

Die grossen Blüten und die Sortenvielfalt der Waldreben haben es vielen Pflanzenfreunden angetan. Bei der relativ neuen Sorte 'Diamantina' ging es mir genau so. Ich war vom ersten Blick an fasziniert von der dicht gefüllten, mittelgrossen Blüte mit den blau-violett changierenden Farben. Um die Romantik dieser Sorte zu unterstreichen, habe ich bei leicht bewölktem Himmel fotografiert und darauf geachtet, dass beide Blütenköpfe möglichst auf der gleichen Schärfeebene liegen.

Familie: Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)
Herkunft: Züchtung von der britischen Kanalinsel Guernsey
Wuchs: mehrtriebig, locker aufrecht kletternd, Höhe bis rund 300 cm
Blüte: 'Diamantina' ist prachtvoll gefülltblühend; die meisten Clematis-Hybriden blühen im Mai-Juni und nochmals von August bis September
Eigenschaften: Clematis lieben einen halbschattigen bis sonnigen, aber eher windgeschützten Standort; wichtig ist, dass sie nicht staunass stehen und die 'Füsse' kühl bleiben, was durch eine Unterpflanzung, zum Beispiel mit Hostas, einem Tränenden Herz oder anderen Gartenstauden prima gewährleistet ist
Verwendung: hübsche Kletterpflanze für Rankgerüste aller Art, ausgepflanzt oder auch für grössere Kübel und Tröge; Clematis sind beliebte Rosenbegleiter

Australische Silbereiche (Grevillea 'NedKelly')

Kein Wunder, wird die Australische Silbereiche auch Spinnenpflanze genannt. Mit ihrer exzentrischen, spinnen- oder krallenartigen Blütenform ist sie etwas ganz Besonderes. Die Sorte 'NedKelly' glänzt dabei mit besonders auslandenden Griffeln. Beim Fotografieren muss man sich entscheiden, welcher Bildbereich scharf sein soll, denn es ist ohne Hilfsmittel nicht möglich, die ganze Blütenkralle von vorne bis hinten scharf abzubilden.

Familie: Proteaceae (Silberbaumgewächse)
Herkunft: Australien
Wuchs: immergrün, strauchförmig; Laub nadelartig
Blüte: exotisch anmutend, mit bizarr gebogenen Griffeln
Eigenschaften: liebt die volle Sonne; Pflanzen aus Samen blühen erst im hohen Alter; die im Handel befindlichen Hybriden jedoch schon als kleine Sträuchlein; benötigen eine Ruhezeit und sollten für eine sichere Blüte unter 15° Celsius überwintert werden (möglichst hell, nicht austrocknen lassen)
Verwendung: im Sommer für Balkon, Terrasse und Garten oder ganzjährig im temperierten Wintergarten

Strauchiges Brandkraut (Phlomis fruticosa)

Wer im Sommer Ferien in der Mittelmeerregion geniesst, wundert sich zuweilen über das auffällig gelb leuchtende Brandkraut. Durch die Wahl eines Makroobjektivs mit langer Brennweite und offener Blende verschwimmt der Hintergrund, der ausgewählte Blütentrieb wird zum Solist...

Familie: Lamiaceae (Lippenblütler)
Herkunft: Mittelmeerraum
Wuchs: immergrüner, horstbildender Zwergstrauch mit lanzettlichem, graufilzigem Blattwerk, das etwas an Salbei erinnert
Blüte: die Pflanze treibt im Juni/Juli lange Blütenstiele mit mehreren Scheinquirlen, wo die intensiv gelben Lippenblüten sitzen; auch die Samenstände sind attraktiv, weshalb man die Blütenstiele im Herbst stehen lässt
Eigenschaften: benötigt eine sonnig-warme und möglichst trockene Ecke des Gartens; winterhart, muss aber vor allem während der Wintermonate vor Nässe geschützt werden
Verwendung: für Stein- und Staudengärten mit möglichst durchlässiger Erde 

Passionsblume (Passiflora caerulea)

Passionsblumen gibt es in vielen Farben und Formen. Ihre Blüten sind zuweilen recht bizarr geformt. Es ist gar nicht so einfach, die Blüten optimal scharf zu fotografieren, weil sie sehr dreidimensional sind. Ich empfehle deshalb ein Stativ und eine kleine Blende, damit alle bildrelevanten Teile scharf werden.

Familie: Passifloraceae (Passionsblumengewächse)
Herkunft: Südamerika (Ausgangspflanzen div. Hybriden)
Wuchs: schnellwüchsige Ranker, halten sich jedoch mit Haftfäden an Gerüst fest, Triebe selber schlingen nicht
Blüte: in vielen Farben und Formen, zuweilen recht bizarr; starke religiöse Symbolik; blüht oft sehr lange Zeit
Eigenschaften: sehr beliebte Sammlerpflanze; P. edulis hat essbare Früchte; im Sommer reichlich giessen; starker Rückschnitt im Herbst, anschliessend hell überwintern
Verwendung: im Sommer auf Balkon und Terrasse oder im Garten (Standort nicht zu heiss wählen); gedeiht auch im Wintergarten

Moos-Steinbrech

Unsere Aprilpflanze ist ein kleines Polsterpflänzchen, welches im April/Mai an zierlichen Stängeln kleine Blüten präsentiert. Aber erst wenn Sie sehr sehr nahe ran gehen, offenbart sich ihre ganze Schönheit. Beim Fotografieren habe ich besonders darauf geachtet, dass die bildrelevanten Blütchen auf der gleichen Höhe sind!

Familie: Saxifragaceae (Steinbrechgewächse)
Herkunft: – (Hybride von Eltern aus Europa und Amerika)
Wuchs: vieltriebige kleine Rosetten, die kissenförmig wachsen und dadurch fast moosartige Polster bilden
Blüte: schalenförmig; rot, rosa, crème bis weiss mit hellgrüner Mitte; jeweils mehrere Einzelblüten auf dünnen Stielchen
Eigenschaften: polsterbildend und wintergrün; bevorzugt halbschattige, feuchte Standorte, kalkliebend
Verwendung: für Gefässe und Tröge, Steingarten, Dachgarten, Mauerspalten, Nordseite von Wegen und Plätzen oder auch den Teichrand

Krokus

Krokusse gehören zu den ersten Blüten im Gartenjahr – der Inbegriff des Frühlings. Die Sorte 'King of the Striped' hat ihren Namen nicht von ungefähr. Durch die Wahl der Vogelperspektive werden die intensiv orangen Stempel sichtbar, obwohl die Blüten gerade erst am Aufgehen sind. 

Familie: Iridaceae (Schwertliliengewächse)
Herkunft: Europa
Wuchs: horstbildende Knollenpflanze; Blüten erscheinen in der Regel vor den Blättern, diese wachsen nach dem Abblühen beträchtlich in die Länge
Blüte: kelchförmig mit langem orangen Griffel, div. Farben
Eigenschaften: die grasartigen Blätter ziehen bereits im Mai ein; vorkultivierte Pflanzen ab Ende Januar im Handel erhältlich
Verwendung: sorgt für hübsche Farbtupfer in Frühlingsgefässen aller Art; auch für grosse Gruppen im Garten, z.B. zwischen anderen Frühlingsblühern oder im Steingarten

Lenzrose

Diese Lenzrose ist eine meiner Lieblingssorten, sie heisst 'White spotted Lady' und wird leider nur selten angeboten. Das Bild lebt durch die noch geschlossene Blüte rechts besonders.

Familie: Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse)

Herkunft: Balkan
Wuchs: mehrjährige, immergrüne Pflanze mit ledrigem Blattwerk; bildet dichte Büsche, Blätter handförmig geteilt

Blüte: rosa bis hellviolett, oft gesprenkelt, auch gelb; bildet sehr schöne Fruchtstände
Eigenschaften: robust, langsamwüchsig, sehr früh blühend
Verwendung: vorkultiviert ab November blühend erhältlich; hervorragend als Solitärs in Gefässen aller Art; völlig winterhart, Blüten nehmen aber bei starkem Frost Schaden; zum Auswildern, z.B. unter Gehölz oder im Staudenbeet

Ritterstern 'Charisma' (Hippeastrum Cultivars)

Der prunkvolle Ritterstern bietet jeden Winter ein neues faszinierendes Schauspiel. Weil die langen Staubfäden hervorstehen, ist es ohne Stativ nicht möglich, Staubfäden und Blütenblätter gleichzeitig scharf hinzukriegen. 

Familie: Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse)
Herkunft: Kulturform, stammt ursprünglich aus Südamerika
Wuchs: typischer Winterblüher, der im Sommer riemenartige hellgrüne Blätter entwickelt und im Herbst langsam einzieht
Blüte: prunkvoll, an langen, oft 2 –3 Schäften; dunkelrot bis grüngelb und weiss oder auch zweifarbig; diverse Sorten
Eigenschaften: beim Antreiben an der Wärme nicht sofort giessen, sondern erst, wenn der Blütenschaft erscheint; im Sommer in den Garten stellen, gut giessen und düngen (Achtung vor Mäusen); im Spätherbst 2 Monate lang kühl und dunkel lagern
Verwendung: für Wohnräume, Wintergarten, etc.